Donnerstag, 21. Juli 2011

stadt, land, scheiß drauf.

erstens, ich habe mich soeben dazu entschlossen doch mehrere wörter in den titeln der posts zu verwenden – dem aufmerksamen leser ist ja sicherlich aufgefallen, dass ich nur einwortüberschriften hatte - der aufmerksamen leserin natürlich auch.
zweitens, mein thema, stadtbewohner und landbewohner. ist ja auch irgendwie so ein ewiger streitpunkt, weil alle denken, sie wären was besseres - die einen denken, sie wären was besseres, weil sie sich nicht, wie die anderen für was besseres halten, die anderen denken, sie seien was besseres, ganz einfach weil sie sich für was besseres halten – jetzt darf hier jede/r selbst vermuten, wer hier wer ist.
gehen wir ein bisschen mehr ins detail. die meinung des durchschnittlichen stadtbewohners sieht folgendermaßen aus. menschen vom land messen sich aus intellektueller sicht mit pantoffeltierchen, was bei den meisten dazu führt, dass sie die hauptschule (igittigitt, hauptschule) vorzeitig abbrechen, um einen lehrberuf (igittigitt, lehrberuf) zu ergreifen. sie vögeln mit schafen oder anderen vierbeinigen bauernhofbewohnern oder zumindest ihrer cousine und, ach ja, stinken tun die natürlich auch alle, weil fließend wasser is nich und überhaupt müssen die ja laufend in den stall. innerstädtische staus resultieren prinzipiell aus ahnungslosen dorftrotteln, die sich mit ihrem opel ascona (den die da immer noch fahren) nicht zurecht finden und gegen eine einbahn nach der anderen fahren.
auf der anderen seite kommen natürlich die städter in der ländlichen bevölkerung nicht sonderlich gut weg. in erster linie studierte, die sich zu fein sind zum arbeiten und außerdem wissen die noch nicht mal, dass kühe nicht lila sind (lieblingsargument). autofahren können die alle nicht, weil sie entweder auf landstraßen viel zu langsam oder aber viel zu schnell unterwegs sind - weil ja stadtbewohner auch für ihren mangel an mittelmaß bekannt sind ist das auch nicht weiter verwunderlich. außerdem ist die luft am land ja auch viel besser, als in der stadt und überhaupt wohnen da nur arrogante scheiß snobs, die alle so elitäres pseudo hochdeutsch reden - ist doch peinlich.
und wie ist das wirklich? tatsächlich haben beide parteien mit quasi allen kritikpunkten völlig recht (außer dem mit tieren und cousinen vögeln, da kenn ich jetzt keinen, der das macht) womit ich dieses thema auch schließen möchte ohne einen friedensstiftenden vorschlag gemacht zu haben.

Freitag, 15. Juli 2011

mitwirken

jetzt sind also neuankommende asylwerber dazu angehalten mitzuwirken. betonung liegt in diesem fall auf angehalten, bitte aber nicht verwechseln mit festhalten, denn immerhin dürfen sie ja, mit der roten karte (die lustigen schleifen mit den sternen drauf aus den 40ern sind wohl grade aus), das lager (a.k.a. erstaufnahmezentrum) verlassen.
was diese haftsituation mit einer mitwirkung zu tun haben soll entzieht sich meiner (wie ich meine doch recht kreativen) vorstellungskraft, weil für ein "du nix haben ausweis?" müssen die doch nicht den ganzen tag dort rumhängen und sie werden schon nicht gleich am ersten tag in der fußgängerzone betteln gehen. einen termin zu vereinbaren, der eingehalten werden muss, geht ja leider nicht, deswegen sperren wir sie eben ein. stimmt schon, wenn wir für jeden zuwanderer einen termin machen, was das zusätzliche kosten für kalender wären. außerdem haben die meisten ja gar keine uhr!
ja, natürlich ich kenn mich da jetzt nicht wirklich aus, blabla, ich rede sowieso nur blödsinn, blabla ... tatsache ist aber, dass diese erstaufnahmezentren zu kleinen guantanamos gemacht werden, wo prinzipiell davon ausgegangen wird, dass alle, die aus dem ausland nach österreich kommen grundsätzlich kriminelle absichten haben und uns sowieso nur auf der tasche liegen wollen.
ich kann mir einfach beim besten willen nicht vorstellen, dass es menschen gibt, die noch freiwillig nach österreich kommen. mit ein bisschen logik muss einem doch klar werden, dass die keine bösen, sondern notwendige absichten haben. wieso sollte jemand in seiner heimat in der er 40 jahre gelebt hat alles verkaufen, um sich von schleppern durch 5 länder schmuggeln zu lassen, um dann in einem erstaufnahmezentrum eingesperrt... entschuldigung, zur mitwirkung angehalten zu werden und darauf zu warten, dass er wieder abgeschoben wird, weil er ja eindeutig kriminelle absichten hatte? ja, diese menschen haben definitiv nur die absicht, sich bei uns auf unsere kosten ein schönes leben zu machen!

Mittwoch, 13. Juli 2011

töchter

ja, worüber könnte man denn heute sonst sudern, außer über die aufnahme der töchter in die österreichische bundeshymne. zum beispiel, dass der heißeste tag definitiv nicht der schönste, dafür aber ganz sicher der schwülste des jahres ist, aber... mach ich nicht, ich bleib bei den töchtern.
wie dem auch sei (scheiß formulierung, oder?), die töchter werden also in die österreichische bundeshymne aufgenommen. darüber ist in der regierung (orf.at zufolge) lange diskutiert worden. zum glück, denn somit ist endlich der letzte schritt zur gleichberechtigung von frauen und männern vollzogen – selbstverständlich chancenungleichheit, die einkommensschere und generelle diskriminierung mal außer acht gelassen, also ich meine, wenn wir das berücksichtigen würden, werden wir ja nie fertig.
jaja, jetzt bin ich wieder der sexist, der sich über das gegendere und die eigentlich mittlerweile vorherrschende diskriminierung von männern aufregt – nein, natürlich nicht, ich bin inzwischen ein großer fan von gendern geworden (vor allem, weil sich so jede seminararbeit um ca. 10-15% strecken lässt) und männer sollen ruhig auch mal benachteiligt werden, wieso auch nicht, haben wir doch verdient.
was mich eigentlich stört sind neuerungen, die frauen denken lassen es tut sich was. ein paar mangerinnen mehr oder ein paar männliche krankenschwestern (die formulierung ist absicht) machen sich ja in der presse bei weitem nicht so gut, wie 3 mannsweiber mit burschikosem haarschnitt, die beschließen, dass die töchter in die hymne gehören, weil österreich sonst die sexistenhochburg europas ist.
der übergang hinkt jetzt, aber auch das gendern von akademischen titeln – dieses hochgestellte "a" hinter dem "mag."... was soll das denn? erkennt man sonst am namen nicht, dass das eine frau ist? geht's da ums telefonbuch? oder darum, dass frauen endlich die hochstellfunktion im "word" entdeckt haben? (ui, der ging zu weit, oder?) vor allem wird ja die weibliche form von titeln nicht mal verwendet, oder? also ich hab noch nie eine frau doktorin getroffen, oder eine frau magistra, wieso also dann in die abkürzung? wenn mir das jemand erklären kann, rege ich mich auch nicht mehr drüber auf, versprochen.
wie dem auch sei (schon wieder... ist echt eine scheiß formulierung, aber so schön als überleitung) die themen demnächst: das vaterland, wird zu "mutter/vaterland", die muttersprache zu "mutter/vatersprache" und der mensch wird zu "men/frausch", weil irgendwie kommt das ja auch von "mann". dann, und erst dann haben wir die endgültige gleichberechtigung.

Donnerstag, 26. Mai 2011

ausgesudert

schluss, aus, genug gesudert... heißt nicht, dass hier nichts mehr erscheint, wobei das ja zur aktuellen situation kaum eine veränderung bedeuten würde, sondern nur, dass ich vorübergehend fluch- schimpf- und suderpause habe, quasi temporäres anti-tourette. warte, wie, kein fluchen mehr? wie soll das denn gehen? vor allem bei mir!? geht eh nicht, aber es wird sanktioniert – teuer – 50 cent pro faux pas, was so viel heißt wie: am monatsende wird ein flug gebucht, auf die seychellen, komplett mit pfahlbau-villa, glasboden im wohnzimmer und affenbutler.
aber mal ganz im ernst, wie soll ein leben ohne fluchen wirklich funktionieren? oder schimpfen? oder sich beschweren? schon nach 150 metern autofahrt begegnet man dem ersten a!$#?!! der nicht ... ich schweife ab. eigentlich ist das ganze gar nicht mal so schwierig.
schritt eins zu einem billigeren, weil fluchfreien tag ist: das vokabular umstellen. nicht alles muss immer gleich besch!$#?!! oder verf!$#?!!t sein. klar schränkt diese regelung den wortschatz massiv ein (meiner hat sich dadurch auf ein knappes drittel des ursprünglichen volumens reduziert), aber man kann ja neue wörter erfinden oder andere wörter zweckentfremden (das f wort ist ja auch in seiner ursprünglichen form kein schimpfwort,... welches f wort ich meine ist der fantasie meiner leser/innen überlassen) – für beispiele bin ich übrigens mehr als dankbar, ich bin momentan noch auf der suche.
schritt zwei ist möglicherweise nicht sonderlich gesund und wird in 9 von 10 fällen mit akuter gastritis sanktioniert. dieser schritt besteht nämlich aus akutem "in sich hinein fressen sämtlicher aufgestauter wut". würde ich 50 cent bezahlen, wenn ich etwas schreckliches sage, dafür aber 10 cent bekommen, wenn ich den drang es lauthals herauszubrüllen unterdrücken kann, hätte ich wohl kaum finanzielle sorgen und könnte mit dem plus noch genug fluchen, um einen alten seemann vor neid erblassen zu lassen. aber manchmal ist freundlich grinsen, nicken und die abscheulichsten wörter zu denken genau so befriedigend wie ein aus dem fenster gestreckter mittelfinger.
schritt drei ist ein nebenjob. weil, seien wir uns sich einmal ehrlich [österr. redewendung]: nicht fluchen geht nicht und manchmal ist es einfach in ordnung, 50 cent in die spardose zu schmeißen und in alter glücksrad-manier zu sagen: "ich möchte ein a kaufen! ... wie arschloch!"

Mittwoch, 13. April 2011

migrationshintergrund

ja, was ist das eigentlich? wer hat denn migrationshintergrund, was ist das wirklich und vor allem: wen kümmerts? mag sein, dass es gut zu wissen ist, wie viele menschen sich im land aufhalten ohne staatsbürgerschaft (damit die mizzi fekter weiß, wie viel sie wieder ausweisen muss), natürlich ist es interessant für lehrer/innen, zu wissen, wie viele schüler/innen die unterrichtssprache nicht verstehen (damit sie nicht so viele arbeitsblätter kopieren müssen), aber jetzt kommts: migranten sind ja die, die im ausland geboren und dann ins land gekommen sind, was ja irgendwie nachvollziehbar ist, migrationshintergrund aber bezeichnet jene, die ihre wurzeln nicht in diesem land haben, äh ja, und wer genau ist das jetzt nicht? tatsächlich, also per definition, ist wohl kaum einer auszuschließen, oder gibt es da eine regelung, wie viele generationen in diesem land gelebt haben müssen, damit sie als "ohne migrationshintergrund" zählen, wo ich mich ja jetzt in die frühen '40er jahre zurückversetzt fühle.
also "migrationshintergrund" meint im klartext "braune mit akzent" und mit braune meine ich jetzt nicht die glatzen, die ihrem '45 (hoffentlich) verstorbenem idol nachtrauern, sondern dunkelhäutige menschen, jetzt auch nicht alle, sondern nur die, die nicht richtig deutsch können. apropos deutsch können, was ist dann mit kärnten - sind das alles migranten?
worauf möchte ich eigentlich hinaus? ich weiß es nicht, vielleicht darauf, dass es scheißegal ist, woher man kommt, dass es scheißegal ist, ob man einen akzent hat und dass es scheißegal ist, wie man aussieht.

Dienstag, 12. April 2011

jumbo

das größte schnitzel, der größte burger, die riesigste pizza oder die längste wurst. diese oder ähnliche ziele zu erreichen hat sich ein äußerst sympathisches exemplar der deutschen medienlandschaft auf die fahnen geschrieben. dass dieser riesen fleischklops gern mal ein schnitzel zu viel verdrückt sollte ja nicht all zu sehr überraschen, aber dass es in regelmäßigen abständen beiträge auf deutschen privaten wie pro7 oder kabel 1 hagelt, in denen dieser koloss mal wieder irgendwas viel zu großes kocht oder viel mehr kochen lässt und danach restlos verputzt scheint mir doch etwas ... sagen wir mal, idiotisch.
wen interessiert so was? wer möchte sehen, wie irgendwelche fleischer aus 28 schweinen das größte schnitzel auflegen und das dann mit 52 kg mehl und 68 eiern panieren? natürlich brauchen wir dann noch einen schlosser, der uns eine spezialpfanne mit dazu passendem spezialofen fertigt, weil so ein schnitzel möchte ja auch noch in 29 litern fett gebraten werden - und sehen sie nach der werbung den dramatischen moment, wenn das schnitzel mit dem kran in die pfanne gehoben wird. wird das größte schnitzel der welt dieses manöver überstehen? wird die pfanne dem gewicht stand halten? fragen über fragen... die keine sau interessiert.
was kommt dann als nächstes? wird jumbo die frage beantworten, wer den größten haufen deutschlands scheißt? so ein schnitzel muss ja auch mal wieder raus.
etwas ganz großes haben die deutschen privaten mit diesen formaten bereits geschafft - den allergrößten schwachsinn.

Samstag, 12. Februar 2011

sparen

in zeiten wie diesen muss man schon jeden cent zwei mal umdrehen. designermode gibt's von h&m zum billig(lohn)preis, lidl und hofer (aldi für die deutschen leser) halten die lebenserhaltung auf einem minimum und für die (notwendige) unterhaltungselektronik dumpen sich media markt und saturn gegenseitig. aber was tut die discounter industrie für autolenker? besonders hart treffen die spritpreise ja meine ganz besonderen freunde, die suv-fahrer – die paradoxeste spezies von vernichtern fossiler brennstoffe.
punkt 1. die rechtfertigung.
klar, man muss sich nicht für sein auto rechtfertigen, aber eine kleinigkeit stört mich an suvs. optisch lassen die karossen ja ein offroad-taugliches gefährt vermuten. in der realität scheint es meist jedoch viel mehr so, als würde die meisten dieser exemplare an akuter stauballergie leiden. mein fazit also "themaverfehlung".
punkt 2. anschaffungskosten vs. versicherungsbeitrag.
dieser punkt (genauso wie der letzte auch) gilt nicht exklusiv für die glaspantoffel-offroader, sondern eher ganz allgemein. im grenzland zu deutschland ist es ja üblich, kompensationsautos beim schwager vis a vis anzumelden, mit kennzeichen bgl. das spart versicherungsgeld – und mal ehrlich, wenn jemand bei der versicherung sparen muss, dann sind es ja unsere lieben audi und bmw-lenker. immerhin hat ja schon die anschaffung das konto auf ein minimum reduziert.
punkt 3. tanken.
jetzt ist ja das tanken generell ein grund für bauchschmerzen unter allen autofahrern. benzin-niedrig-preis-internet-seiten erfreuen sich größter beliebtheit und die suche nach billigen tankstellen erinnert an die verzweifelte suche von tierherden nach wasserstellen in trockenregionen. nach mühsamer (spritaufwendiger) suche haben dann auch die durstigsten suvs – die man nicht gerade als die kamele der autoindustrie bezeichnen möchte – eine wasserstelle gefunden, bei der sie ihren durst um 50cent pro tankfüllung günstiger stillen können. 50 cent, die in die ersten 100 meter nächste suche investiert werden können, oder in die wartezeit auf eine frei werdende zapfsäule.